| HAT PARIS
DIE MASERN ?
Fahrradfahren in Paris, diese Vorstellung löst
bei vielen Besuchern und Besucherinnen noch immer Schaudern
und Entsetzen aus, dabei ist für die "petite reine", die
kleine Königin, wie das Fahrrad in Frankreich genannt wird,
in den letzten Jahren viel geschehen. www.themenreisen-paris.de
hat darüber schon berichtet. Nun aber steht der Erschliessung
der Stadt für das Zweirad ein Riesenschritt bevor: Ab Juli
wird man eine kleine Königin -fast- an jeder Strassenecke
mieten können.
Vor Monaten sah man das Bild in der Tagespresse zum
ersten Mal, seither stösst man immer wieder darauf: die
Umrisse von Paris, der grosse Bogen der Seine, die die Stadt
in zwei ungleiche Teile teilt, und, anscheinend nach
dem Zufallsprinzip verstreut, eine Unzahl von roten Punkten.
Paris hat aber keine ansteckende Krankheit bekommen, die
Unzahl ist übrigens auch bezifferbar:
Es sind rund 1000 Punkte, an denen ab Mitte Juli über 14000
Fahrräder für die kurzfristige Vermietung zur Verfügung
stehen werden. In einer zweiten Phase, bis zum Ende
des Jahres sollen es dann 1451 Stationen sein, 20000 Fahrräder
werden dann bereit stehen. Im Durchschnitt wird man sich
alle 300 Meter ein Fahrrad ausleihen können, in manchen
Stadtvierteln werden die Abstellplätze noch häufiger sein.
Funktionieren wird der Verleih wie bereits in anderen französischen
und europäischen Städten auch (Lyon oder Wien zum
Beispiel) auf der Basis einer Anmeldung, die man
- für die Dauer eines Tages oder einer Woche mittels Kreditkarte
direkt an den an den Säulen tätigen kann. Die Anmeldung
für einen Tag kostet einen Euro, für eine Woche
fünf Euro. Mit dieser Anmeldung erlegt man gleichzeitig
eine Kaution von 150 Euro, die natürlich nur dann abgebucht
wird, wenn man vergisst, das Fahrrad zurückzugeben, das
heisst, an einer der tausend Stationen wieder abzustellen.
- Das Jahresabonnement beläuft sich auf 29 Euro,
dafür ist ein Formular auszufüllen, das in Postämtern,
Cafés-tabac und sogar in Bäckereien erhältlich ist. Binnen
zwei Wochen erhält man die Berechtigungskarte. Die Kaution
entfällt.

Die Unzahl ist auch bezahlbar, kann aber teuer werden.
Die Benutzung ist zwar in der ersten halbe Stunde gratis,
die volle Stunde kostet einen bescheidenen Euro, dann allerdings
wird es teuer: für eineinhalb Stunden bezahlt man bereits
drei und für zweieinhalb Stunden sogar schon elf Euro.
Diese Preisgestaltung wurde gewählt, damit man den gewerbsmässigen
Fahrradvermietern nicht in die Quere kommt, die im Schnitt
zehn Euro pro Tag oder 50 Euro pro Woche berechnen. Die
neuen Mieträder der Stadt Paris sind hingegen nicht für
Besichtigungstouren, sondern für kurze Strecken und schnelle
Erledigungen oder Einkäufe gedacht, also für Leute, die
zu diesem Zweck nie zu einem Fahrradvermieter gegangen wären,
eventuell aber ihr Auto genommen hätten.

Ob die kleine Königin schön ist, darüber kann man natürlich
geteilter Meinung sein, solid ist sie auf jeden Fall, mit
einem am Lenker befestigten Einkaufskorb. Solid sind auch
die Kotbleche und die Abdeckung der Kette, so dass
man selbst für elegantere Hosen nichts zu befürchten hat.
Solidität hat natürlich ihren Preis, das heisst in dem Fall
ihr Gewicht: 22 Kilo ist die Mietmonarchin schwer. Das hat
man bewusst in Kauf genommen, das Gewicht verleiht dem Gefährt
Stabilität und das soll auch jenen ein Gefühl der
Sicherheit geben, die sich nur alle heiligen Zeiten auf
ein Fahrrad setzen. Und Steigungen gibt es in Paris ja ohnehin
keine aufregenden, man muss ja nicht unbedingt ausgerechnet
nach Montmartre hinaufradeln. Und selbst wenn: die kleine
Königin hat auch eine solide Nabenschaltung.
Bonne route!
www.themenreisen-paris.de
» ich möchte
auch den Newsletter!
|